Linke kritisieren Polizeichef Stürmer

Pressemitteilung vom 14.02.2020, erschienen in überarbeiteter Form in der Schwäbischen Zeitung am 14.02.2020

Der Kreisvorstand der Linken hält Ravensburgs Polizeipräsidenten Uwe Stürmer als Berater im Jugendhilfeausschuss des Landkreises für ungeeignet. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, in der die Linken „personelle Konsequenzen“ fordern. Die Kreisvorsitzende Jasmin Runge bezieht sich dabei auf einen Satz, den Stürmer bei der offiziellen Einweihung des neuen Polizeipräsidiums gesagt hatte.

Wie die „Schwäbische Zeitung“ berichtete, hatte der frischgebackene Polizeipräsident in einem launigen Teil seiner Rede formuliert: „Ich bin ein großer Freund der Prävention. Aber wir werden auch schauen, dass die Justizvollzugsanstalt in Hinzistobel immer gut gefüllt ist.“ Die Linken dazu in ihrem Schreiben: „Es ist unhaltbar, jemanden über die Zukunft von Jugendlichen und jungen Erwachsenen entscheiden zu lassen, der das Versprechen tätigt, für gut gefüllte Justizvollzugsanstalten zu sorgen.“

Der Kreisvorstand sei „besorgt darüber, dass hier die Trennlinie zwischen der Polizei und dem Jugendamt durch jemanden aufgeweicht wird, der offen an den Tag legt, ein Befürworter vom leichtfertigen Umgang mit Haftstrafen zu sein“, so Jasmin Runge. Und weiter: „Der Kreisvorstand legt nahe, personelle Konsequenzen zu ziehen.“

Uwe Stürmer sieht die Kritik gelassen. „Wer den Artikel liest, weiß, wie ich das gemeint habe. Und wer mich dazu persönlich kennt, weiß, dass mein größtes Bestreben immer ist, präventiv zu arbeiten, also möglichen Straftaten zuvorzukommen.“ Zur Wirklichkeit gehöre es aber auch, dass es bei Mehrfach- und Intensivtätern darauf ankomme, „konsequent die Möglichkeiten der Strafverfolgung auszuschöpfen“, so der Polizeichef. „Die Polizei muss die Gemeinschaft auch vor denjenigen schützen, bei denen Prävention nicht wirkt“, so Stürmer auf Nachfrage der SZ. Den Kreisvorstand der Linken will er zum Kennenlernen und Austausch einladen.

 

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