Klare Kante gegen Rechts – 700 Menschen gegen AfD in Weingarten

Quelle: Schwäbische Zeitung vom 16.07.2018

https://www.schwaebische.de/landkreis/landkreis-ravensburg/weingarten_artikel,-friedlicher-protest-picknicken-gegen-die-afd-_arid,10903204.html

„Ein Zeichen setzen“. Diese drei Worte stellten so etwas wie das Motto dar, unter dem etwa 700Menschen am Montagabend vor dem Kultur- und Kongresszentrum (Kuko) Weingarten zusammengekommen waren. Besagtes Zeichen wollten sie gegen die Alternative für Deutschland setzen, deren Landtagsfraktion Baden-Württemberg zeitgleich im Staufersaal des Kuko einen Bürgerdialog veranstaltete.

Los ging es bereits um 17 Uhr – allerdings nicht vor dem Kuko, sondern am Löwenplatz, wo der erste Teil der Kundgebung gegen die AfD stattfand. Schon hier kommen etwa 150 Leute zusammen. Viele haben Plakate dabei, auf denen Parolen wie „Nazis raus“ zu lesen sind, aber auch deftig-kreativere Sprüche. Drei Reden gibt es am Löwenplatz zu hören. Eine davon hält Enes Muric, stellvertretender Kreisvorsitzender der Linken Ravensburg. „Wir setzen heute ein Zeichen gegen die AfD“, sagt Muric. „Denn die AfD besteht aus Demagogen und Rassisten und dagegen lohnt es sich zu kämpfen.“ Muric erklärt auch, wie es nach der Kundgebung am Löwenplatz weitergeht: „Vor dem Kuko veranstalten wir ein internationales Picknick. Da gibt es dann auch Musik und Redebeiträge, aber vor allem wollen wir gemeinsam ein Fest feiern.“

„Picknick“ ist denn auch tatsächlich wörtlich zu verstehen, denn bis 18 Uhr kommen zahlreiche weitere Menschen zum Kultur- und Kongresszentrum, breiten Picknickdecken aus und spannen bunte Sonnenschirme auf. Viele nutzen die Gelegenheit auch für ein Abendessen im Freien. Oder sie feiern ihren Geburtstag gleich mit, wie Marius Gelbing. „Das war eine passende Gelegenheit, um mit Freunden herzukommen und meinen Geburtstag zu feiern. Wir wollen ein friedliches Zeichen gegen Rassismus setzen und dabei mithelfen, eine positive Stimmung zu erzeugen“, erklärt er. Sein Freund und Geburtstagsgast Torsten Mithling pflichtet ihm bei: „Es ist wichtig, so eine Veranstaltung zu unterstützen. Wir müssen, wo immer es auch geht, für die Vielfalt eintreten.“

“Gegen die muss man was machen”

So versammeln sich auf der Wiese vor dem Kuko an die 700 Menschen, die alle auch dafür eintreten möchten. „Ich bin eigentlich gar nicht so der Typ für Demos“, sagt Martin Schneider aus Ravensburg mit einem Grinsen. „Aber es gibt in der AfD einige höchst bedenkliche Figuren, etwa Björn Höcke oder Alexander Gauland. Gegen die muss man was machen, gegen die muss man ein Zeichen setzen.“

Bis auf Buh-Rufe ist alles ruhig

„Die Diskussionen sind alle im friedlichen Rahmen geblieben“, sagt der polizeiliche Einsatzleiter und Weingartener Revierleiter Harald Wanner. „Und irgendwie gehören die zu so einer Veranstaltung ja auch dazu.“ Die Polizei zieht ein positives Fazit. Hier und da begleiten die Demonstranten einzelne AfD-Anhänger mit Buh-Rufen ins Kuko, aber es bleibt alles friedlich.

Um 19.10 Uhr ist die Kundgebung offiziell beendet, das Gelände leert sich nur langsam. „Die Kundgebung ist unterm Strich sehr gut gelaufen“, zeigt sich Organisator Maximilian Kremer von den Jusos Ravensburg zufrieden. „Es ist alles ruhig und friedlich geblieben. Wir hatten fast schon Volksfeststimmung.“

 

 

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